Norwegen und Winehouse…

Natürlich wird es wohl wahr sein, dass das eine absehbarer war als das andere. Kritisieren möchte ich den Umstand, dass in Anbetracht der unfassbaren Ereignisse in Norwegen man Kommentare via Facebook, Twitter und Konsorten liest wie: “Scheiß auf die, selbst Schuld, die Koksnutte, sie hat der Welt einen Gefallen getan”. Manche bilden sich zu schnell oder zu einseitig ein Urteil über den Wert eines Menschenlebens. Natürlich hat sie sich selbst zerstört und natürlich war so ein Ende absehbar. Es geht mir gar nicht mal so sehr um den Tod der Person Amy Winehouse, sondern um die gleichzeitige Perzeption der beiden Ereignisse und die damit verbundenen Reaktionen. Es ist unglaublich makaber, dass wenn mehrere Tragödien zum selben Zeitpunkt passieren, ganz gleich welcher Art, sofort abgewogen wird, welche von beiden schlimmer ist. Natürlich sind 90 Tote mehr als eine Tote. Aber während ich diesen Text schreibe, sterben und verhungern über 6 Millionen Afrikaner - genauso unerträglich tragisch. Man echauffiert sich einfach nicht über den Tod eines Menschenlebens, jeder Tod eines Menschens ist schlimm, egal auf welche Art und Weise er stirbt.

Wenn zwei Menschen sterben, der eine drogenabhängig, der andere nicht. Wird dann im direkten Vergleich die Schandhaftigkeit des Sich-selbst-Zugrundericht​ens dadurch aufgehoben, dass die drogensüchtige Person ein musikalisches Genie war und der Welt vielleicht mehr gegeben hat, als der Nicht-Drogensüchtige, der vielleicht “nur” Fabrikarbeiter war? Das hört sich krass an, aber manche Leute erlauben es sich für meinen Geschmack oftmals zu schnell, ein Urteil über den Wert oder Unwert eines Menschens zu bilden.

 


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  1. von lennek gepostet
Künstlerherz am Schlagen hält.